19. März 2026
Wallakor´s Bote Ausgabe I
Zollausschuss oder Willkür? Karrenstau an den inneren Toren!
Jeder rechtschaffene Bürger weiß: Die Mauern zwischen unseren Stadtvierteln dienen der Sicherheit. Doch in den letzten Tagen dienen sie offenbar vor allem dazu, den Fischern und Händlern die Lebensgrundlage zu rauben! Die Wachen an den Haupt- und Nebentoren zwischen dem Hafen und dem Marktplatz lassen sich neuerdings unverschämt viel Zeit bei der Durchsuchung der Warenkarren. Angeblich auf neuen Befehl aus dem Rathaus. Das Resultat? Der frische Fang aus dem Hafen rottet in der Mittagssonne vor sich hin, bevor er den Marktplatz überhaupt erreicht! Der Hafenmeister tobt, die Händler fluchen, und wir fragen uns: Ist das bürokratische Unfähigkeit aus dem Rathaus, oder sollen wir einfachen Leute durch den Gestank aus der Stadt geekelt werden?
Bunte Tauben über dem Marktplatz – Was treiben die Magier!
Es war ein wahrlich kurioses Bild, das sich den Marktweibern am gestrigen Vormittag bot. Ein ganzer Schwarm Tauben ließ sich auf der majestätischen Statue von Leon Wallakor nieder – doch die Vögel waren nicht grau, sondern leuchteten in grellem Pink und schimmerndem Grün! Aus der Halle der Arkanen Künste heißt es lediglich, es habe eine "kleinere Fehlkalkulation in der pragmatischen Illusionsmagie" gegeben. Für die Gelehrten mag das ein amüsanter Unfall sein, doch für die Obsthändler ist es ein Albtraum: Die magischen Vögel sind erstaunlich frech, stehlen gezielt die besten Trauben und hinterlassen – bei Verlaub – leuchtende Hinterlassenschaften auf den Dächern der Marktstände. Die Stadtgarde weigert sich derweil beharrlich, mit Keschern bewaffnet Vögel zu jagen.
Zechpreller im feinen Zwirn? Ärger im "Goldenen Löwen"
Dass die hohen Herrschaften aus der Oberstadt hin und wieder in die unteren Viertel herabsteigen, um sich "volksnah" zu geben, ist nichts Neues. Doch wie Wallakors Bote aus verlässlicher Quelle erfuhr, gab es im feinen Gasthaus "Zum Goldenen Löwen" jüngst einen unschönen Eklat. Ein junger Spross einer der vier Fürstenfamilien (dessen Name uns natürlich völlig entfallen ist) soll nach einem ausgiebigen Abendmahl die Zeche geprellt haben! Seine Begründung, die er lautstark durch den Schankraum rief? Der servierte Wein habe nach "ungewaschenen Hafensocken" geschmeckt. Der Wirt kocht vor Wut, wagt aber nicht, den Vorfall vor den Gerichtshof zu bringen. Wir finden: Wer Seide trägt, sollte auch genug Kupfer in den Taschen haben!
Gelehrten-Gejammer – Sollen unsere Schmiede nun flüstern?
Ein handfester Skandal braut sich zwischen der Großen Bibliothek und dem Handwerkerviertel zusammen! Wie wir erfuhren, haben einige hochrangige Gelehrte tatsächlich eine offizielle Beschwerde beim Gerichtshof eingereicht. Der Vorwurf? Das rhythmische Hämmern der Schmiede am frühen Morgen störe die "tiefe geistige Kontemplation" beim Lesen alter Schriften. Man fordert nun allen Ernstes, dass die Ambosse bis zur Mittagsstunde mit dicken Stofftüchern gedämpft werden! Die Meister der Schmiedegilde schnauben vor Wut. Einer von ihnen ließ verlauten: "Wenn die Wachen am Rathaus demnächst mit verbogenen Blechschwertern patrouillieren müssen, können die Herren Gelehrten ihre dicken Bücher ja nach den Taschendieben werfen!" Wir von Wallakor´s Boten stehen hinter unseren Handwerkern – wer Stille sucht, soll in den Wald ziehen, nicht in eine florierende Hafenstadt!
Bier-Schmuggel aufgeflogen – Plörre zu Premium-Preisen?
Ein Raunen geht durch die feinen Kreise auf dem großen Marktplatz! Gestern Abend stoppte die Wache am inneren Tor einen schwer beladenen Karren. Unter einem Haufen harmloser Kohlköpfe fanden sich mehrere Fässer des berüchtigt-starken (und extrem günstigen) Hafen-Grogs aus dem "Silber Anker". Das Pikante daran: Der Karren war laut Frachtbrief direkt auf dem Weg in die Vorratskeller des noblen Gasthauses "Zum Goldenen Löwen"! Dessen Wirt beteuerte sofort mit hochrotem Kopf, es müsse sich um eine "peinliche Verwechslung der Fuhrleute" handeln. Doch manch ein wohlhabender Gast am Marktplatz fragt sich heute Morgen kratzend am Kinn, ob er in den letzten Wochen womöglich feinstes Silber für raues Hafenbier bezahlt hat. Die Wirtin Emm vom "Silber Anker" hingegen nimmt es mit Humor: Sie bietet ab heute den "Löwen-Schluck" an – gleiches Bier, aber im sauberen Krug für das Dreifache des Preises!
Das Wetterorakel des Hafenmeisters
Die Gelehrten der Arkanen Künste brauchen teure Kristalle und stundenlange Berechnungen, um den Regen vorherzusagen. Unser mürrischer Hafenmeister Gero braucht dafür nur sein linkes Knie und einen Blick auf die Möwen! Hier sind seine unfehlbaren Aussichten für die kommenden Tage:
- Heute: Die Möwen kreischen ungewöhnlich laut über dem Marktplatz. Das bedeutet entweder eine frische, kühle Brise vom offenen Meer – oder der Fischhändler hat wieder einen halben Kabeljau fallen lassen. Packt zur Sicherheit den dicken Wollmantel ein, wenn ihr zur Oberstadt hinaufsteigt!
- Morgen: Geros linkes Knie zieht heute Morgen gewaltig. Die Magier mögen zwar von einem "stabilen, sonnigen Hochdruckgebiet" faseln, aber glaubt einem alten Seebären: Wenn das Knie knackt, wird’s feucht! Hängt eure frisch gewaschenen Hemden besser in die Stube neben den Kamin.
- Übermorgen: Windstille am Morgen, gefolgt von einer kräftigen, unangenehmen Brise aus Richtung des Handwerkerviertels. (Anmerkung der Redaktion: Das ist kein Seewind. Das ist Meister Balduin aus der Schmiede nach zwei Tellern Bohneneintopf. Meidet die Gassen hinter der Schmiede!)
Geros Bauernregel der Woche: "Steht das Wasser bis zum Hals im 'Silber Anker', war's kein Hochwasser, sondern der Grog von der Wirtin Emm.
Zum Schluss...von Bürger zu Bürger, unsere Kleinanzeigen, ein muss für jeden.
Verkauf: Biete 40 Kisten feinstes Meersalz vom Hafen. Ist beim Verladen leider ein klein wenig feucht geworden. Schmeckt aber hervorragend, wenn man die kleinen Algenstückchen ignoriert! Günstig abzugeben im Lagerhaus 4.
Gesucht: Dringend ein mutiger Vorkoster gesucht. Mein Lehrling hat beim Kochen in der Schmiede gestern aus Versehen Alraunenwurzel statt Pastinake verwendet. Ich traue dem Eintopf nicht. Bezahlung: Eine warme Mahlzeit (auf eigene Gefahr).
Romanze: An den gutaussehenden Gardisten am westlichen Nebentor zum Handwerkerviertel: Du hast gestern bei der Kontrolle meine Äpfel konfisziert, aber dafür mein Herz gestohlen. Triff mich heute Abend auf einen Grog im "Silber Anker". Ich trage die rote Haube!
Warnung: Der eifrige Magierlehrling, der mir gestern im Vorbeigehen meine Rückenschmerzen wegzaubern wollte: Mein Rücken tut nicht mehr weh, aber ich kann seitdem nicht aufhören zu niesen! Melde dich umgehend in der Schusterei, sonst komme ich zur Akademie hinauf!
Tausche: Biete ein (fast) unbenutztes, sehr scharfes Kurzschwert. Tausche gegen eine Laute oder eine Flöte. Habe festgestellt, dass das Söldnerleben zu anstrengend ist und möchte lieber Barde werden.
